Geschichte
Grebenstein liegt auf einem leicht hängigen Plateau
im Tal der Esse, die zwischen Alt- und Neustadt hindurchfließt. Durch
den Ort führen zwei alte Hauptverkehrswege, die sich am Marktplatz
kreuzen, die alte Bremer Landstraße von Norden nach Süden und der
Königsweg via regia von Westen nach Osten. |
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An ihrer Kreuzung muss sich schon um 1000 ein
Marktfleckchen gebildet haben, an dem sich Handels- und Kaufleute
niedergelassen hatten. Sie bestimmten den Platz, der sich dann 200 bis 300
Jahre später zu einer befestigten Stadt entwickeln sollte.
Südlich der Stadt auf einem steilen Berg lag die Burg
“Fürstenstein“, die um 1265 durch den Grafen Ludolph V. von Dassel erbaut
wurde und von der noch heute der Palas erhalten ist. Dessen Erbe Otto von
Everstein verkaufte am 28. August 1297 die Burg und Gericht, die Mainzer
Lehen waren, an den hessischen Landgrafen Heinrich I..
Ausgang des 13. Jahrhunderts setzte eine planmäßige
Ansiedlung ein. In einer Urkunde des Bischofs Ludwig von Münster vom 24.
März 1311 wird die “Noua municio Greuesten“, die neue Festung, gegenüber
der Burg auf einem Bergrücken erwähnt. Die Stadtorgane begegnen uns
erstmalig in einer Urkunde über einen Grundstücksverkauf im Jahre 1322.
1356 wird im Tal der Esse zwischen Altstadt und Burg eine Neustadt
angelegt. Die Bürger werden für 12 Jahre von jeder Steuer und Abgabe
befreit, um einen schnellen Aufbau von Mauern und Türmen zu erreichen.
1370 kommt es bereits zu einer Vereinigung beider Städte. Sie sind
planmäßige Anlagen mit eckigem Grundriss, gitterförmig angelegtem
Straßennetz und gleichmäßig angelegten Gassen. Zwischen 1370 und 1385 wird
die Befestigung Grebenstein vollendet. Der Kupferstich von Merian zeigt
uns das wehrhafte Grebenstein um 1655. Wenn auch heute manches
verschwunden ist, so kann man sich doch anhand der noch stehenden
Befestigungswerke, des Straßennetzes und der vorhandenen Bauwerke ein Bild
des mittelalterlichen Grebenstein machen. Dieses nordhessische Bollwerk
wurde in fehdereichen Jahrhunderten von einer Bürgerschaft verteidigt, die
sich den Landgrafen verpflichtet fühlten, aber auch großer Privilegien
erfreute.
Das Amt Grebenstein bestand bis zur Gründung des
Kreises Hofgeismar im Jahre 1821.
Grebenstein hatte zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges
ca. 2.000 Einwohner. Im Mai 1637 erhielt die Stadt einen vernichtenden
Schlag, als Kroaten unter dem Oberst Beigott sie eroberten, plünderten und
brandschatzten. 242 Bürgerhäuser, Kirche, Rathaus und Schule wurden ein
Opfer der Flammen.
Die große Epoche der Stadt war damit beendet. Der
Wiederaufbau hing nur langsam voran. Landwirtschaft und Kleinhandwerk
bestimmten jahrhundertelang das Leben in der Stadt. Erst zu Beginn dieses
Jahrhunderts begann man außerhalb der Stadtmauern zu bauen. Die meisten
der schönen alten Fachwerkhäuser, die das Ortsbild prägen, stammen aus dem
17. und 18. Jahrhundert.
Im Zuge der Gebietsreform kam es am 01. Oktober 1970
zur freiwilligen Eingliederung der Dörfer Burguffeln, Schachten und
Udenhausen.
Für vorbildliche Stadtsanierung erhielt die Stadt
Auszeichnungen von Bund und Land. Bereits 1987 wurde Grebenstein mit dem
hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet.

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